R.I.P.   Bernard Loffet

Bernard Loffet, der bekannte Musiker für bretonische Musik und Instrumentenbauer, ist kurz vor Ostern unerwartet und viel zu früh im Alter von 52 Jahren verstorben. Er erlag den Folgen eines Schlaganfalls.
Vielen von uns ist der „Barfuss-Musiker“ präsent von seinen Auftritten  etwa zusammen mit Yves Leblanc oder in seiner Funktion als Sound-Techniker in Gennetinnes oder St. Gervais und viele von uns sind über seinen plötzlichen Tod sehr bestürzt.

Der lokale Teil der Zeitung „Le Télégramme“ schreibt einen Nachruf (Kurzfassung):
Bernard Loffet übernahm im Jahr 1990 in Caudan (Bretagne) das von Marc Brunot gegründete Atelier für Instrumentenbau. Der leidenschaftlicher Musiker, Bernard Loffet lernte die Oboe ab dem Alter von 8 Jahren, dann das Fagott, bevor er sich für traditionelle Instrumente wie Bombarde und Biniou Kozh interessierte. Im Alter von 17 Jahren entdeckte er das diatonische Akkordeon, bei dem er von da an geblieben ist. Die „Caudannais“ (Akkordeons aus Caudan) erklingen regelmäßig paarweise oder solo auf den Festou-Noz der Region.

Ein Freund von Bernard Loffet, Pascal Granga, hat eine Ehrung für Bernard Loffet auf Facebook gepostet:
„Als Autodidakt hat er sich selbst geformt und erreichte durch seine Ausdauer, dass seine Akkordeons weltweit Anerkennung fanden. Neugierig auf alles, lernte der „adoptierte Bretone“ die bretonische Sprache und war begeistert von allen Traditionen (der Bretagne). Oft arbeitete er nach einem anstrengenden Tag in seinem Caudan-Workshop bis spät in die Nacht in seinem Elektroniklabor, um ein Mischpult zu verbessern, ein Mikrofon zu erfinden oder ein Soundsystem zu entwickeln. Großzügig wie er war, liebte Bernard es, das zu vermitteln, was er selbst so schwer zu entdecken hatte. Du wirst deinen vier Töchtern und uns, die gerade einen Freund verloren haben, schrecklich fehlen. Ein Musiker mit immensem Talent, ein großer Verteidiger der bretonischen Musik. Bernard, mein Freund, ich vermisse dich schon … “  (von Pascal Granga)

Auch wir hatten immer die Hoffnung, Bernard Loffet mal auf die Bühne des Kölner Bals zu bekommen.

Nachruf in „Le Télégramme“:
Nécrologie. L’accordéoniste Bernard Loffet

Artikel in „Ouest France“:
Décès de Bernard Loffet, le musicien aux pieds nus

Facebook Seite von Pascal Granga
https://fr-fr.facebook.com/people/Pascal-Cranga/100009602332737

Pieds nus – Hommage an Bernard Loffet von Yves Leblanc
https://youtu.be/fo65-OiVTIw

Bernard Loffet auf Youtube
https://youtu.be/ndf3efPLoH8
https://youtu.be/9sSVb25k4l4

 

ah

Spiel auf irischem Dudelsack ist jetzt immaterielles Weltkulturerbe

Das Spielen auf dem irischen Dudelsack, den Ullieann Pipes, wurde vom Unesco Komitee für Immaterielles Kulturerbe Anfang Dezember 2017 in die Represäntative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menscheit aufgenommen.
Das Unesco-Treffen dazu fand im südkoreanischen Jeju statt.
Der irische Dudelsack ist ein hochentwickeltes Instrument und ist stark in der irischen Tradition verwurzelt. Besitzer und Spieler des Instruments sind über die ganze Welt verstreut, aber die höchste Konzentration an Spielern findet man in Irland und irischen Gemeinschaften im Ausland. Die musikalische Praxis spielt eine wichtige Rolle bei  bedeutenden Lebensereignissen wie Hochzeiten oder Beerdigungen.
Die bevorzugte Methode, die Spielweise weiter zu vermitteln,  ist die von einem Spieler zum nächsten, aber auch der Unterricht von einem Lehrer an einen Schüler.
Das Erlernen der Uilleann Pipe Musik erfolgt heute zusätzlich durch moderne Lehrmethoden wie Video- und DVD-Tutorien.
Eine prominente Gruppe, die massgeblich für den Erhalt und die Verbreitung des irischen Dudelsackspiels mitverantwortlich ist, ist der Verein Na Piorabairi Uilleann (NPU).
Der Verein hat – eventuell anlässlich der Wertschätzung des Dudelsackspiels durch die Unesco – den freien Zugang zu seinem Lern- und Archivportal bekanntgegeben:
http://pipers.ie/source

Weitere Tanz- oder Gesangspraktiken, die ebenfalls im Dezember 2017 neu auf die Represäntative Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurden, sind:
der traditionelle Gruppentanz „Kochari“ aus Armenien,
Musik und Tanz „Zaouli“ aus der Elfenbeinküste,
Musik und Tanz „Rembetiko“ aus Griechenland,
die Punto-Musik aus Kuba,
die Khaen-Musik aus Laos,
die „Sega tambour“ Aufführungspraxis aus Mauritius,
der traditionelle Volkstanz „Kolo“ aus Serbien,
mehrstimmiger Gesang der Region Horehronie aus der Slowakei
und weitere.

Quellen (alle abgerufen am 11.12.2017):
Webseite der deutschen Unesco Kommission
Unesco Webseite zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit
Webseite des Vereins Na Piorabairi Uilleann (NPU)

ah

 

 

 

Tanzfest Gennetines – neuer Roman und Filmprojekt

 

Gennetines, das jährliche Fest im Sommer in der Auvergne, aus dem heraus für Viele von uns die Begeisterung für den Bal Folk entstanden ist und auf dem Viele jedes Jahr wieder ihren (Tanz-) Urlaub verbringen, hat einen Autor animiert, einen Roman darüber zu schreiben und eine Filmemacherin, ein Filmprojekt zu starten.

weiter zum vollständigen Beitrag

Neu: Trad Musik Blog

Auf der Webseite „Bal Folk in Köln“ gibt es eine neue Rubrik, den Trad Musik Blog.

Hier findet man ab sofort Infos, Links, Interessantes und Fundstücke zum Thema „Traditionelle Musik“.

Auch Trad und Bal Folk Musiker können im Blog nach gemeinfreier, also auch Gema-freier, Musik stöbern.

Hier geht’s zum
Trad Musik Blog

Der Bal Folk Kalender für das Rheinland und angrenzende Regionen

Einige haben sicher schon festgestellt, dass oben im Menü der Kölner Bal Webseite ein neuer Link „Bal Folk Kalender“ eingefügt wurde.

Der Link führt zu einer Kalender Monatsansicht, in die Termine für Bals Folk, kleine und grössere Feste und Kurse eingetragen sind, an denen Besucherinnen und Besucher des Kölner Bals häufig teilnehmen.

Sucht man Veranstaltungen in einem bestimmten Monat, klickt man in der PC Ansicht (anders als bei der Smartphone-Ansicht) einfach oben links auf „Datum“ und kann dann den gewünschen Monat auswählen. Man klickt sich dann bei dem jeweiligen Event weiter bis zum Link des Veranstalters.

Man kann auch die Form der Termin-Ansicht ändern. Möchte man von der Monatsansicht zur Listenansicht wechseln, geht man jetzt in der PC Ansicht  oben ganz rechts auf „Anzeigen als Monat“, klickt auf „Monat“ und bekommt jetzt zusätzlich die Möglichkeit, mit Klicken auf „Liste“ zu einer Listenansicht zu wechsen.

Die Listenansicht vereinfacht auch die dritte Suchmöglichkeit, nämlich die Stichwortsuche, die man im Feld „Suche“ beginnen kann. Gibt man z.B. das Stichwort „Köln“ ein, werden momentan alle Termine des Kölner Bals im Jahr 2017 angezeigt. Eine entsprechende Suche kann man mit anderen Stichworten durchführen.

Der Kalender kann für verschiedene Arten von Veranstaltungen betrachtet werden:

Kalender für häufig besuchte Bälle und Festivals
Kalender für kleine und grosse Festivals in Deutschland und Europa
Kalender mit allen eingetragenen Veranstaltungen

Um von der Ansicht einer einzelnen Veranstaltung zurück zum „Kalender für häufig besuchte Bälle und Festivals“ zu gelangen, klickt man am besten wieder oben im Menü auf „Bal Folk Kalender“.

Wenn man bei der Ansicht einer einzelnen Veranstaltung auf den Link „alle Veranstaltungen“ klickt, dann kommt man zum „Kalender mit allen eingetragenen Veranstaltungen“.

 

Ein weiterer Tip, um Veranstaltungen in Europa und Deutschland zu finden:

Der Verein „Stuttgarter Balhaus e.V. hat eine umfangreiche Liste mit Infos zu Bällen und Festivals  erstellt.

ah

 

 

Sammlung Dahlhoff: Transkriptionen für Musiker

In einem älteren Beitrag wurde schon über die Musikhandschrift Dahlhoff berichtet.

Jetzt gibt es Neuigkeiten dazu. Interessierte Musiker können jetzt nach Dahlhoff Musik in pdf-Notenbüchern mit moderner, geläufiger Notenschrift stöbern. Ein Grossteil der Musik wurde von Richmud Rollenbeck in diese Form transkribiert und auf der Webseite folkfreun.de unter einer Creative Commons Lizenz zum Herunterladen angeboten:

https://www.folkfreun.de/dahlhoff.html

Sie beabsichtigt, in nächster Zeit  alle  Hefte der Sammlung zu bearbeiten und auf der Seite zu veröffentlichen.

Ein grosses Dankeschön dafür an Richmud.

ah

 

 

Jig-Chapelloise Weltrekord in Veurne (B) ?

Während unseres in Urlaubs an der belgischen Küste fanden wir den Hinweis, dass am Freitag, 17. Juli 2015  um 21 Uhr, auf dem schönen Marktplatz des Städchens Veurne in Westflandern der Versuch unternommen werden sollte, den Weltrekord im Jig-Chapelloise Tanzen aufzustellen.  Das Ziel war, möglichst viele Personen für den Tanz zusammen zu bekommen, für den „BIG JIG“.

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Ankündigung zum „BIG-JIG“ Weltrekordversuch in Veurne (B)

Als Bal Folk Tänzer wurden wir neugierig und fuhren hin. Der Weltrekordversuch fand im Rahmen eines mehrtägigen internationalen Folklorefestes statt, das von der Volkstanzgruppe Zannekin ausgerichtet wurde.

In einem kleinen Zelt konnte sich jeder, der mitmachen wollte, registrieren lassen und erhielt ein Band um den Arm, um sich als Teilnehmer auszuweisen. Sollte denn jeder mittun können – ohne Tanzerfahrung?

Wir entschieden uns wegen des rauhen unebenen Pflastersteinbodens auf dem Marktplatz und wegen der vielen unerfahrenen Tänzer fürs Zuschauen und Fotografieren.

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Geduldig standen die Besucher vor dem gelben Zeltdach Schlange, um sich als Teilnehmer am Weltrekordversuch im Jig Tanzen registrieren zu lassen

Bei der Kurzanleitung des Tanzes konnten wir beobachten, dass die Teilnehmer  paarweise in Reihen aufgestellt wurden mit Blickrichtung zur Bühne – kein Kreis wie sonst üblich bei dem Tanz. Die Paare blieben immer zusammen. Es gab also keinen Partnerwechsel bei der Chapelloise.

Nach einer kurzen „Grundausbildung“ wurden die Teilnehmer „in den Jig geschickt“.
Für den Weltrekordversuch strebte man 750 Teilnehmer an.

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Anstatt im Kreis wurden die Tänzer paarweise in mehreren Reihen in Richtung Bühne aufgestellt, um sie besser zählen zu können

Nach einer ersten Zählung der Reihen landete man dann aber erst bei 650 Teilnehmern. Und so wurde dann in „Wetten-dass“ Manier per Mikrofon dazu aufgerufen, Nachbarn und Freunde zuhause anzurufen und zu bitten, mitzumachen. Auch die Gäste auf den Aussenterassen der umliegenden Restaurants wurden dazu aufgefordert.

Und schliesslich – eine erneute Zählung ergab dann tatsächlich 756 Teilnehmer.
Jetzt musste man nur noch tanzen und dann…

Die Musik zum Ereignis spielte die Bal Folk Gruppe „Te Fête“. Und es tanzte wirklich jeder mit jedem: Kind mit Kind und Mann mit Mann, Hauptsache Weltrekord.

Und tatsächlich: Chapelloise wurde getanzt und der BIG JIG Rekord erreicht!
Veurne war glücklich.

 

Reportage des regionalen TV-Senders FOCUS

 

Aber war das wirklich ein Weltrekord? Ich kann es nicht mit Gewissheit sagen. Auf der Webseite der Guinness Weltrekorde ist nirgends ein Hinweis auf einen Jig oder Chapelloise Weltrekord zu finden. In dem Video wird allerdings darauf hingewiesen, dass man noch auf Antwort vom Guinnesbuch der Rekorde wartet.

Beim Stöbern auf der Guinness Weltrekord Seite bin ich aber auf andere Rekorde beim traditionellen bzw. Bal Folk Tanz gestossen, die ich dem geneigten Leser und  Tänzer nicht vorenthalten möchte.

Tänze mit den meisten Teilnehmern:

Der grösste Quadrille Tanz an verschiedenen Orten (verschiedene Länder)

Der grösste Polka Tanz (Deutschland)

Der grösste Fandango Tanz (Kolumbien)

Der grösste Madison Tanz (Kambodscha)

Der grösste Irische Tanz (USA)

Der grösste Tarantella Tanz (Unna, Deutschland)

Grösster Tanz um den Maipfahl
(Bavarian Club – GTEV Chiemgau Windsor, Ontario, Canada)

Grösster Morris Tanz

 

ah

 

 

 

 

 

 

 

Fotos vom „alten Frankreich“ auf Flickr-Commons

Viele, die sich für europäische Trad-Musik interessieren, mögen auch die mehr oder weniger verborgenen Schätze, Sehenswürdigkeiten und Eindrücke, die die Länder in Europa zu bieten haben.
Deshalb hier der Hinweis auf Fotos vom „alten Frankreich“ ( 1 und 2 ) , die die „Bibliothèque de Toulouse“ aus ihren Archiven über das Portal Flickr-Commons zur Ansicht und freien Nutzung zur Verfügung gestellt hat.

Bei den Fotos in Flickr-Commons handelt es sich um überwiegend alte Bilder, für die keine Urheberrechtsbeschränkungen bekannt sind. Man kann unter Anderem dort Leben und Welten des 19.  und frühen 20. Jahrhunderts entdecken, die uns heute  ziemlich unbekannt und fremd erscheinen.

Hier einige Fotoalben der „Bibliothèque de Toulouse“ zum Stöbern:

Region Pyrénées-Orientales

Region Aude mit Carcassonne

Region Provence

Region Côte d’Azur

Region Toulouse

Region Auvergne

Region Charente-Maritime

Département Ariège

Département Tarn-et-Garonne

Département Aveyron

last not least, auch  ein Fotoalbum zu Deutschland mit alten Bildern wird von der Bibliothek präsentiert

 

ah  28-5-2015